Das Prinzip // schnell erklärt

Der 24-Stunden-Kick

Seit 1996 treten das Evangelische Jugendwerk Blaubeuren und das Evangelische Seminar Blaubeuren einmal im Jahr zu einem ganz besonderen Fußballspiel an. Gespielt wird 24 Stunden ohne Unterbrechung – von Samstag, 12 Uhr, bis Sonntag, 12 Uhr. Was als Idee einiger fußballbegeisterter Seminaristen und Jugendwerksmitarbeitenden begann, ist heute weit mehr als ein Fußballspiel. Der 24-Stunden-Kick verbindet Generationen, lebt von ehrenamtlichem Engagement und sammelt Jahr für Jahr Spenden für soziale Projekte.

Die Idee

Der 24-Stunden-Kick entstand aus der Frage, wie sich die Begeisterung für Fußball mit sozialem Engagement verbinden lässt. Aus einem gemeinsamen Fußballtreff entwickelte sich eine Aktion, die bis heute Menschen zusammenbringt und gleichzeitig Hilfe dort ermöglicht, wo sie gebraucht wird. In den vergangenen Jahren konnten mit den Spendengeldern zahlreiche Projekte unterstützt werden – unter anderem Frauenhäuser, Kinder- und Jugendprojekte, Bildungsangebote, Notunterkünfte und soziale Einrichtungen in der langjährigen Partnergemeinde Bariloche in Argentinien. Der Spendenzweck orientiert sich dabei stets an dem Ziel, Hilfe nachhaltig und sinnvoll einzusetzen.

Das Spiel

Gespielt wird im Modus 4 Feldspieler und 1 Torwart pro Mannschaft. Hinter jeder Position steht ein eigenes Wechselteam aus mehreren Spielerinnen und Spielern. Innerhalb dieser Gruppen wird selbstständig rotiert, sodass das Spiel ohne Unterbrechung weiterläuft und dennoch jede und jeder Zeit zum Ausruhen und Schlafen hat. Dieses besondere Wechselprinzip macht den Kick erst möglich. Pro Mannschaft nehmen in der Regel rund 25 Spielerinnen und Spieler teil.

Das Spendenprinzip

Jede Spielerin und jeder Spieler sammelt vor dem Kick Patinnen und Paten. Diese unterstützen den persönlichen Einsatz auf dem Spielfeld mit einer frei wählbaren Spende: Feldspieler für jedes erzielte Tor, Torhüter für 10 Minuten ohne Gegentor. Auf Wunsch kann zusätzlich ein persönliches Spendenlimit vereinbart werden. So wird jede Spielaktion zu einer Spende – und jeder Einsatz auf dem Platz trägt unmittelbar zum gemeinsamen Spendenziel bei.

Fairplay

Eine der außergewöhnlichsten Besonderheiten des 24-Stunden-Kicks ist, dass vollständig ohne Schiedsrichter gespielt wird. Seit dem ersten Kick basiert das Spiel auf Ehrlichkeit, Eigenverantwortung und gegenseitigem Respekt. Regelverstöße werden von den Spielerinnen und Spielern selbst angezeigt und gemeinsam geklärt.

Das Plätzle

Austragungsort des Kicks ist das „Plätzle“, der Sportplatz des Evangelischen Seminars Blaubeuren. Gespielt wird auf einem roten Gummihartplatz mit Handballtoren im Innenhof des ehemaligen Benediktinerklosters, nur wenige Schritte vom Blautopf entfernt.

Vor allem in den Nachtstunden entfaltet das Plätzle seinen besonderen Zauber. Unter Flutlicht, zwischen Müdigkeit und Euphorie, entstehen jedes Jahr Momente, die Spielerinnen, Spieler und Zuschauer lange begleiten. Für viele Beteiligte ist das Plätzle längst mehr als ein Sportplatz: es ist die Heimat des 24-Stunden-Kicks.

Tradition, die verbindet

Seit fast drei Jahrzehnten bringt der 24-Stunden-Kick Menschen unterschiedlichster Generationen zusammen. Aktuelle Seminaristinnen und Seminaristen spielen gemeinsam mit Ehemaligen, Mitglieder des Jugendwerks treffen auf langjährige Wegbegleiter und jedes Jahr kommen neue Gesichter hinzu. Viele kehren Jahr für Jahr zurück, nicht nur wegen des Fußballs, sondern wegen der Gemeinschaft. Genau diese Mischung aus Tradition, Freundschaft und Engagement macht den Charakter des Kicks aus.

Ehrenamt

Der 24-Stunden-Kick entsteht nicht an einem Wochenende, sondern über viele Monate ehrenamtlicher Vorbereitung. Das Organisationsteam besteht aus Mitgliedern des Evangelischen Jugendwerks, Schülerinnen und Schülern des Seminars sowie zahlreichen Ehemaligen. Gemeinsam planen sie bspw. Sponsoring, Technik, Öffentlichkeitsarbeit, Spielbetrieb und Verpflegung. Unterstützt werden sie am Kick-Wochenende von zahlreichen weiteren Helferinnen und Helfern – etwa im Rund-um-Sorglos-Team (RUST), im Service-Team oder in vielen weiteren Bereichen. Insgesamt fließen jedes Jahr mehrere hundert Stunden ehrenamtliche Arbeit in die Vorbereitung und Durchführung des Kicks. Ohne dieses Engagement gäbe es den 24-Stunden-Kick nicht.

Der Kick lebt vom Mitmachen

Der 24-Stunden-Kick lebt von Menschen, die sich begeistern lassen und Verantwortung übernehmen. Ob als Spielerin oder Spieler, Patin oder Pate, Helferin oder Helfer oder im Organisationsteam – jede Unterstützung trägt dazu bei, diese besondere Tradition fortzuführen.

Wir freuen uns jederzeit über neue Gesichter, neue Ideen und Menschen, die Teil des 24-Stunden-Kicks werden möchten.